Krippenneubau als Passivhaus

Der Flecken Steyerberg baut klimaeffiziente Krippe in der Sportallee


Ansicht: Architekten Ahrens

Für 2,6 Millionen Euro wird im OT Steyerberg eine neue Kinderbetreuungseinrichtung im Passivhausstandard gebaut. Ein Gebäudestandard, der wirklich energieeffizient, komfortabel, wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich ist und somit die Nachhaltigkeitsziele der Kommune berücksichtigt.


Das Passivhaus nutzt die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme. Dahingehend ist das Gebäude sowohl von der Ausrichtung des Baukörpers, der Verwendung der Materialien und der Gebäudetechnik durchdacht und geplant worden.


Eingerichtet wird eine dreigruppige Krippe, die zum Beginn des Kindergartenjahres 2021/2022 die ersten Kinder beheimaten wird. Die designierte Leiterin der Krippe hat zusammen mit ihrer Kollegin, der Kindergartenleiterin der Kindergärten Wolkentraum und Wurzelhöhle, wesentlich an der Planung des Gebäudes, der Räume und Zuordnungen mitgewirkt und freut sich schon auf ihre neue Wirkungsstätte.


Die Krippe besteht aus drei miteinander verbundenen Gebäudetrakten: einem Verwaltungsflügel, einem Hauswirtschaftsbereich mit Küche und dann dem Betreuungsbereich mit drei Gruppenräumen, entsprechenden sanitären Anlagen und Schlafräumen sowie einem großzügigen Bewegungsraum. Der Kern des Gebäudes ist in massiver Bauweise geplant und die vier „Flügel“ werden in Holzständerbauweise ausgeführt. Man bezeichnet diese Bauweise als "Hybrid"bauweise. Das ist besonders ressourcensparend, weil z. B. weniger Kies, Sand und Zement als bei üblichen Bauten verwendet wird. Die Erweiterung um eine vierte Gruppe wäre möglich, weil die Grundrisse der einzelnen Bereiche das ohne Probleme zulassen, sollte der Platzbedarf weiter steigen.


Im Außenbereich steht den Kindern eine großzügige Spielfläche zur Verfügung. Zwischen Gebäude und Sportallee sind Mitarbeiter- und Elternparkplätze vorgesehen. Bei der Oberflächengestaltung der Parkplätze wird auf klimafreundliches Material und eine möglichst geringe Versiegelung geachtet.


Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau wird in der Steyerberger Krippe mehr als 75% Heizenergie eingespart. Der Heizenergieverbrauch eines Passivhauses liegt mit 1,5 l-Heizölgleichwert je Quadratmeter (Wohn-)Fläche und Jahr um ein Vielfaches unter dem eines Niedrigenergiehauses.


Der Passivhaus-Standard ist nachhaltig. Am 17. November 2009 wurde von europäischem Parlament und Rat beschlossen, dass ab 2020 alle Neubauten 'nearly zero energy buildings' (Nahe-Null-Energiehäuser), also alle Neubauten nahezu energieautark, sein müssen. Das schafft der Krippenneubau im Flecken Steyerberg aufgrund der „Kommunalen Energiestandards“, die hier das erste Mal Anwendung finden, ohne Probleme. Und damit ist die Kommune einmal mehr Vorreiter bei einem Projekt im Landkreis Nienburg – ein anderer kommunaler Neubau im Passivhausstandard ist momentan nicht bekannt.