DER FLECKEN STEYERBERG BRINGT DEN KLIMASCHUTZ WEITER AUF ALLEN LINIEN VORAN

Der Ortsteil Steyerberg wird fit in Sachen Klimaschutz. Den Weg zum zukunftsfähigen Quartier zeigt dabei das „Integriertes Energetisches Quartierskonzept“ auf. Dabei geht es nicht nur um Energie- und Klimaschutzaspekte, sondern auch um städtebauliche Gesichtspunkte. 

Gerade ist die Ausstellung „Energetische Stadtsanierung“ von Steyerberg nach Liebenau weitergezogen, wo sie noch bis zum 09.12.2016 im Rathaus zu sehen ist. Der Flecken Steyerberg hat - wie die Samtgemeinde Liebenau - die Experten der Sweco GmbH aus Bremen mit der Erstellung des Konzepts beauftragt. Von der Bestandsaufnahme über die Ermittlung von Potenzialen bis hin zu konkreten Maßnahmen – etwa ein Jahr lang wird das „Quartier“ Steyerberg untersucht. Das Quartier umfasst den gesamten Ortsteil Steyerberg mit Ausnahme der „Außenlieger“, also einzelnen Hofstellen wie beispielsweise Hof Friesland, Hof Dunk, Wilhelmshof sowie der Bereich Reese. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Zustand der Wohngebäude, aber auch die Energieversorgung und der Verkehr sind wichtige Handlungsfelder.

Bürger und Bürgerinnen werden im Rahmen der projektbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit und in Bürgerversammlungen über die Ergebnisse des Prozesses informiert. Die anschließende Umsetzung des Quartierskonzepts koordiniert das Quartiersmanagement. Hauseigentümer können sich bei Fragen, beispielsweise zu Fördermöglichkeiten, dann an diesese Stelle wenden.

Alle Informationen rund um die energetische Sanierung im Bereich des Quartiers Steyerberg finden Sie demnächst auf diesen Seiten.

Mit dem „Einleitungsbeschluss“ ist die Vorbereitung der Sanierung begonnen worden. Die vorbereitende Untersuchung (VU) wurde damit ebenfalls beschlossen. Ein wesentlicher Teil der VU stellt dabei das Integrierte Energetische Quartierskonzept dar. Es wird aber noch um städtebauliche Aspekte ergänzt, so dass daraus dann die Sanierungssatzung formuliert werden kann. Auch andere Untersuchungen wie das Integrierte Entwicklungskonzept Steyerberg, die IHK-Einzelhandelsstudie oder das Dezentrale Gewerbeflächenentwicklungskonzept können als Teile der vorbereitenden Untersuchungen herangezogen werden und ggf. aktualisiert einfließen.

 Das städtebauliche Sanierungsgebiet soll im Vereinfachten Verfahren erlassen werden (§ 142 Abs. 4 BauGB), d.h. auf die Genehmigungsvorbehalte des § 144 BauGB wird verzichtet.

 Das Integrierte Energetische Quartierskonzept setzt sich insbesondere mit energetischen Fragen im Quartier auseinander, hat aber auch soziale, bauliche, demografische und ähnliche Bestandteile. Da die „Energetische Beschaffenheit“, die „Gesamtenergieeffizienz der vorhandenen Bebauung“ und der „Versorgungseinrichtungen“ des Gebietes gem. § 136 Abs. 3 Nr. 1h BauGB zur Ausweisung einer städtebaulichen Sanierungsmaßnahme herangezogen werden können, soll hiervon Gebrauch gemacht werden. Ziel ist es, in einem ergänzenden Prozess über die Fragen des Integrierten Energetischen Quartierskonzeptes hinaus vorhandene städtebauliche Missstände herauszuarbeiten und Lösungsstrategien zu entwickeln. Mit diesem Verfahren und dem Beschluss der Sanierungssatzung am Ende werden die Grundlagen geschaffen, damit die Privateigentümer innerhalb des Sanierungsgebietes zusätzliche steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten beanspruchen können. Über einen Zeitraum von 10 Jahren können Privateigentümer energetische Sanierungsmaßnahmen, die vorher mit der Gemeinde vertraglich vereinbart werden müssen, zu 90% abschreiben. Vermieter können die Aufwendungen sogar zu 100% über 12 Jahre geltend machen.

 Wichtig:

In einem städtebaulichen Sanierungsgebiet, egal ob im vereinfachten oder förmlichen Verfahren festgelegt, wird ein Sanierungsvermerk in die Grundbücher aller im Sanierungsgebiet gelegenen Grundstücke eingetragen!

 Aus entsprechenden Berichten von Kommunen, die das Verfahren bereits erfolgreich angewandt haben, wird immer wieder auf diese Besonderheit hingewiesen. Bei einigen Grundstückseigentümern führt es zu Irritationen, wenn das Grundbuchamt den Sanierungsvermerk eingetragen und den Grundstückseigentümer darüber informiert hat. Es kann dazu kommen, dass einige Grundstückseigentümer von der Eintragung des Sanierungsvermerkes „überrascht“ werden. Häufig vermuten diese Grundstückseigentümer dann, dass der Sanierungsvermerk belastend für das Grundstück wirkt. Dieses ist aber ausdrücklich nicht der Fall. Der Sanierungsvermerk stellt keine Belastung oder ein Hindernis im Grundstücksverkehr dar, eher im Gegenteil: Der Sanierungsvermerk macht die steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen auch nach außen hin für jeden erkennbar deutlich! Damit erfährt das Grundstück, insbesondere wenn es veräußert werden sollte, eine Aufwertung!

 Zur Gebietskulisse ist anzumerken, dass das städtebauliche Sanierungsgebiet kleiner als das Integrierte Energetische Quartierskonzept, aber nicht größer festgesetzt werden kann. Der Flecken Steyerberg beabsichtigt, die Gebietskulisse für beide Bereiche identisch zu halten. Wie dem beigefügten Luftbild entnommen werden kann, endet das Gebiet im Norden mit dem Betriebsgelände der Firma Oxxynova, im Süden an den bewohnten Grundstücken entlang der Straße „Kälberweide“, im Osten auf einer Linie zwischen Reithalle und Kirchengrundstück sowie im Westen entlang der L 349. Ausgenommen sind jeweils landwirtschaftliche Flächen und Wälder.

 

Umsetzung und Förderung

Private und öffentliche Fördermöglichkeiten sind ein sehr wichtiges Instrument, um die angestrebte energetische und auch städtebauliche Sanierung des Quartiers zu unterstützen. Die Förderung erfolgt in Form von Investitionszuschüssen oder in Form eines verbilligten Darlehens, teilweise mit Tilgungszuschüssen.

Die wichtigsten Fördermittelgeber sind die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa).

Informationen zu deren Fördermöglichkeiten finden Sie unter:

 

Kreditanstalt für Wiederaufbau


Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle

 

Ausstellung zur Ausstellung "Energetische Stadtsanierung" im Amtshof

Die Wanderausstellung "Energetische Stadtsa-nierung" im Amtshof Steyerberg präsentiert Erfahrungen, Handlungs-empfehlungen und Praxis-beispiele aus der Umsetzung des KfW-Programms 432 und kann zu den Öffnungszeiten des Rathauses vom 10.11.2016 bis 18.11.2016 besucht werden. Danach geht die Ausstellung nach Liebenau, wo sie auch im Rathaus gezeigt wird und zwar während der Öffnungszeiten vom 21.11.2016 bis 04.12.2016. 

Mit dem 2016 gestarteten KfW-Programm „Energetische Stadtsanierung“ wird das „Quartier Ortsteil Steyerberg“ als erster Ortsteil des Fleckens für die energetische Sanierung als ein Handlungsschwerpunkt definiert. Energieeinsparung, Energieeffizienz und der Ausbau der erneuerbaren Energien werden dabei quartiersbezogen und ganzheitlich betrachtet, um die Erfahrungen dann auf die übrigen Ortsteile umsetzen zu können. 

Die Ausstellung richtet sich an Privatpersonen, Bauherren, Planer, zukünftige Hauseigentümer und interessierte Bürger. Auf 19 Informationstafeln werden verschiedene Themen wie „Sanierungsmanagement“, „Finanzierung“ oder „Aktivierung privater Eigentümer“ betrachtet. 

Ziel aller Bemühungen um den Klimaschutz ist die deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen: Soll der globale Temperaturanstieg bis 2050 auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden, müssen auch im Flecken Steyerberg die derzeitigen Treibhausgasemissionen massiv reduziert werden. Im Masterplanverfahren hat die Kommune festgelegt, die Treibhausgasemissionen um 95 Prozent zu reduzieren. Misslingt die Minderung der Treibhausgase, wird von einer Erwärmung des Erdklimas bis zum Jahr 2100 zwischen um 1,0 bis 5,5 Grad Celsius ausgegangen. Eine solche Temperaturänderung wäre größer als alle während der letzten Jahrhunderte beobachteten natürlichen Temperaturschwankungen. Sie erfolgt mit einer Schnelligkeit, wie sie in den letzten 10. 000 Jahren nicht vorkam. Und diese hätte verheerende Auswirkungen auf alle Erdbewohner, auch auf den Flecken Steyerberg. 

Informationen zur Stadtsanierung und Förderung von Eigenmaßnahmen im Quartier Steyerberg im Amtshof / BMUB / BBSR-Ausstellung „Energetische Stadtsanierung“

Quartierskonzept genehmigt

Die energetische Erneuerung des Gebäudebestandes ist eine der großen Herausforderungen der Energiewende. Gerade die Häuser aus den 50er - 70er Jahren haben sehr hohe Energieverbräuche. Bei der Quartiersentwicklung richtet sich die Betrachtung jedoch nicht auf ein einzelnes Haus bzw. Gebäude , sondern auf ganze Straßenzüge bzw. Ortsteile. Das energetische Quartierskonzept stellt ein effektives Instrument zur Planung und Sanierung dar. Deshalb werden die Konzepte und deren Umsetzung durch die KfW mit 65 % gefördert. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit weiteren 20 % (max. 10.000 Euro) an der Konzepterstellung. Im Zusammenhang mit dem Fernwärmeprojekt hat der Flecken Steyerberg ein "inetregriertes Energetisches Quartierskonzept" (IEQ) für den Ortsteil Steyerberg beantragt. Alle Gebäude, die sich im blauen Berecih des obigen Bildes, befinden sind Teil des Quartiers. Der Rat des Flecken Steyerberg kann durch Beschluss das Quartierskonzept als Sanierungsgebiet nach § 136 ff BauGB ausweisen. In diesem Fall können dann Investitionen in die energetische Sanierung nach §§ 10f und 7h EStG als Sonderausgabe oder erhöhte Absetzung von der Einkommenssteuer abzugsfähig sein. Dies steuerlichen Vergünstigungen stellen einen besonderen Anreiz für die Bürgerinnen und Bürger im Quartier dar. Der Förderbescheid für das IEQ "Steyerberg" durch die KfW liegt der Verwaltung mittlerweile vor. Es ist beabsichtigt weitere Quartiere im Anschluss zu beantragen. Weitere Informationen können dem beigefügten Dokument entnommen werden.