BIOGASANLAGE DEBLINGHAUSEN

Die Biogasanlage ging 2012 ans Netz und versorgt seitdem garantiert mit Ihrer Abwärme rund 80 Haushalte im Ortsteil Deblinghausen.  2014 konnte auch erstmals das Freibad Deblinghausen mit Hilfe der Biogasanlage beheizt werden. Die Akzeptanz im Dorf könnte nicht besser sein, da ein Großteil der Bewohner hiervon durch warme Stuben profitiert. Aus diesem Grund werden die wenigen Tage im Jahr, wenn die Einsilierung erfolgt, mit den erhöhten Verkehrsbeeinträchtigungen auch hingenommen. Auch die oft befürchtete Geruchsbelästigung blieb aus - vielleicht auch aus dem Grund, da man hier Gott sei Dank auf dem Land lebt und von daher ganz andere Gerüche gewohnt ist.

Betreiber der Biogasanlage Deblinghausen:

Biogas Deblinghausen GmbH& Co.KG

Deblinghausen 9

31595 Steyerberg

Tel.: 05764-1237

Die GmbH&Co.KG setzt sich aus folgenden Betrieben zusammen:

  • Heinrich-Wilhelm Wehrs Deblinghausen (privilegierter Landwirt)
  • Gerhard Meyer Steyerberg
  • Christian Meyer Steyerberg
  • Steffen Wacker Liebenau


Angaben zur Anlage selbst:

Es handelt sich um eine privilegierte Anlage nach dem EEG 2012.

In dem flexibleren EEG 2012 besteht die Möglichkeit größere Motoren zu installieren, als normalerweise bei einer privilegierten Anlage erlaubt sind. Der begrenzende Faktor ist nicht mehr die elektrische Leistung des Motors, sondern die Biogasproduktion von 2,3Mio.Nm³ pro Jahr.

Diese Regelung kommt den Betreibern sehr entgegen, weil mit der Abwärme der Motoren die rund 80 Haushalte im Ort mit Wärme versorgt werden können. So werden im Winter, wenn die Wärme verstärkt gebraucht wird, die Motoren mit 800kW(2x400kW) auf Volllast laufen gelassen. Im Sommer läuft dann nur ein Motor mit durchschnittlich 300kW.

Die Anlage besteht aus drei Betonbehältern mit Gasspeicherdach. Fermenter und Nachgärer sind baugleich mit jeweils einem Volumen von ca. 2.200m³. Das Gärrestlager hat eine Größe von ca. 5.000m³. Die Siloplatte besteht aus zwei Kammern je 25x 105m für die Inputstoffe.

Die Inputstoffe (nachwachsende Rohstoffe) setzen sich zu 60% aus Mais ("Maisdeckel" EEG 2012) und 40% aus GPS, Gras, Rüben und HTK zusammen. Wobei der HTK in der vorhandenen Halle zwischengelagert wird.

Die drei landwirtschaftlichen Betriebe könnten die Substratproduktion auf den eigenen Flächen darstellen, es werden aber auch Substrate von den umliegenden Landwirten dazu genommen. Dasselbe gilt für den Gärrest. Viele die Mais oder Gras geliefert haben, nehmen gerne wieder Gärrest zur Düngung zurück.

Die Gemeindestraßen werden nicht außergewöhnlich belastet. Die Zufuhr aus Richtung Steyerberg findet über die Landstraße statt. Nur die Strecke vom Ortseingang bis zur Biogasanlage ist natürlich immer in "Gebrauch".